Was soll das?

Verlängerung wegen großer Nachfrage

Im Rahmen unserer Diplomarbeit an der Universität der Künste Berlin starteten wir den wahnwitzigen Versuch innerhalb eines halben Jahres Millionär zu werden. Hintergrund für die Aktion ist die Überspitzung gesellschaftlicher Entwicklungen: die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Vielen ist es trotz Vollzeitarbeit nicht einmal mehr möglich davon zu leben. Es ist also absolut sinnvoll, zu sehen, ob und wie man abseits der Erwerbsarbeit schnell und einfach reich werden kann. Man kann’s ja wenigstens versuchen.

Um der anfänglichen Idee des schnellen Reichtums eine zusätzliche Dimension zu geben, sind wir gegeneinander in den Wettstreit getreten: Wer hat nach einem halben Jahr mehr auf der Kante als der Kontrahent?

Unsere Blogs dienten dabei als Plattform mit der eine möglichst breite Öffentlichkeit erreicht werden sollte. Die mittlerweile fertiggestellte Arbeit ist eine grafische Aufarbeitung dieses Vorhabens und brachte uns immerhin den Titel »Diplom Designer« ein.

Das Ziel der Million haben wir beide (man konnte es fast ahnen) um mehrere hundertausend Euro knapp verfehlt. Naja, was solls. Die Flut an Reaktionen auf unser Projekt sprengte allerdings tatsächlich all unsere Erwartungen.

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Stimmen zum Projekt:
„Das wohl ambitionierteste Diplomprojekt der Welt“
Spiegel Online

„Zwei Studenten stellten fest, dass sie nur eine Chance haben: reich werden.“
Die Welt

„Ihr seid ja total irre. Aber gut gemacht“
Florians Schwager

“Hallo! Wie wäre es mit ehrlicher, harter Arbeit…??? Du untalentiertes, faules und schmarotzendes Etwas!!” anonym

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So gab es auch einige Anfragen, ob wir denn Interesse an einem Buch über unsere Aktion hätten. Hatten wir aber erstmal nicht. Wir wollten uns voll auf unser Diplom konzentrieren. Nachdem das abgeschlossen ist, sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Wenn Dieter Bohlen das hinbekommt, warum nicht auch wir?

Die ursprüngliche Idee ist in ihrer Naivität gescheitert. Aus Spiel wird Ernst. Schluß mit dem süßen Studentenleben auf Staatskosten. Der gute Rat manch eines kritischen Bloglesers “doch mal arbeiten zu gehen” wurde in die Tat umgesetzt.

Florian arbeitet inzwischen Vollzeit als angestellter Grafikdesigner, während sich Yvonne als Freiberuflerin verdingt. Es liegt nahe den Versuch auszuweiten: Festanstellung vs. Freelancertum

In einer Festanstellung kann man zwar mit einem regelmäßig aufgefüllten Konto rechnen, hat aber auch weniger Zeit, sich eigenen erfolgversprechenden Dingen zu widmen. Als Freelancer ist man einerseits free, andererseits ist schnell Schluß mit lustig, wenn man seinen Lebensunterhalt nicht mehr (damit) bestreiten kann.

Die Spielregeln lauten wie folgt: Erlaubt ist, was Geld bringt. Und was gefällt. Selbst ehemals ausgeschlossene Mittel wie Einsparmaßnahmen, oder gar die reguläre Erwerbsarbeit können in Betracht gezogen werden. Aber auch den Ansatz mit ungewöhnlichen Mitteln Geld zu verdienen, verfolgen wir konsequent weiter. Könnte sich die Gründung einer UFO-Sekte vielleicht doch noch als lukratives zweites Standbein herausstellen?

Schließlich heißt es am Ende auch diesmal: The Winner takes it all.

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10 Comments

ecki

January 9th, 2009

hallo,
wenn ich mir diese aktion so ansehe hätte ich euch dringend ans herz gelegt, zumindest mal einen abschluss in betriebswirtschaft anzupeilen. ich bezweifle, dass euch euer gegenwärtiges studienziel auch nur ansatzweise dazu befähigt, irgendwelche millionen zu scheffeln.

klingt entmutigend, ich weiss. doch halt, die lösung liegt nahe! ändert in den statuten des projekts das währungsziel von euro in 1.000.000.- Z$, also Zimbabwe-Dollar. das traue ich euch noch zu.

mfg

Nienah

January 9th, 2009

@Ecki,
ich studiere zwar auch BWL, aber das ist ja auch nicht jedermanns Sache. Und immerhin haben doch die beiden schon jede Menge Aufmerksamkein auf ihr Projekt gelenkt, läuft doch super! Auch wenn natürlich am Ende keiner als Millionär hervorgehen wird… man, die beiden studieren was Kreatives und es geht doch vielmehr um die Idee an sich. Wahrscheinlich sieht man sie als nächstes bei Günther Jauchs`Stern TV ;)

Viel Glück euch beiden!

sabine

January 14th, 2009

Hallo,

ich finde eure Idee echt klasse und mit dem Artikel im Spiegel habt ihr auf jeden Fall jede Menge Aufmerksamkeit erregt.

Hier eine kleine Anekdote, wie Ihr noch mehr Geld scheffeln könnt:
“In einem Hafen an der Westküste Europas schläft ein ärmlich gekleideter Fischer und wird durch das Klicken des Fotoapparates eines Touristen geweckt. Anschließend fragt der Tourist den Fischer, warum er denn nicht draußen auf dem Meer sei und fische. Heute sei doch so ein toller Tag um einen guten Fang zu machen, es gebe draußen viele Fische. Da der Fischer keine Antwort gibt, denkt sich der Tourist, dem Fischer gehe es nicht gut, und fragt ihn nach dessen Befinden, doch der Fischer hat nichts zu beklagen. Der Tourist hakt noch einmal nach und fragt den Fischer abermals, warum er denn nicht hinaus fahre. Nun antwortet der Fischer, er sei schon draußen gewesen und habe so gut gefangen, dass es ihm für die nächsten Tage noch reiche. Der Tourist entgegnet, dass der Fischer noch drei-, vier-, fünf- oder gar zehnmal hinausfahren und dann ein kleines Unternehmen aufbauen könnte, danach dann ein größeres Unternehmen und dieses Wachstum schließlich immer weiter steigern könnte, bis er sogar das Ausland mit seinem Fisch beliefern würde. Danach hätte der Fischer dann genug verdient, um einfach am Hafen sitzen und sich ruhig entspannen zu können. Der Fischer entgegnet gelassen, am Hafen sitzen und sich entspannen könne er doch schon.”

Also weiter machen und euer bereits verdientes Geld für weitere Kohle investieren: Wie wärs mit ner WirSindJungUndBrauchenDasGeld-Party. Der Eintritt könnte ersteigert werden.

Viel Glück euch beiden, damit Ihr später mit der Million und dem Diplom am Hafen (Strand) sitzen und euch entspannen (feiern) könnt ;-)

grizz

January 15th, 2009

Wow!
Was haltet ihr eigentlich davon, euch einen ordentlichen Job zu suchen, dort richtig was zu leisten und die Karriereleiter raufzuklettern? Da seid ihr garantiert schneller bei der Million als hier!
Ich habe noch einen Vorschlag für euer Spiel: Wenn es klappt Glückwunsch – wenn nicht zahlt die Kosten für euer Studium an den Steuerzahler zurück!
Ich betrachte es als aussergewöhnliche Zumutung meine Steuergelder durch euch auf diese billige Art verschwendet zu sehen!
Viel “Erfolg” noch.

Caro

January 21st, 2009

Hallo Yvonne, Euer Experiment ist total spannend – mal sehen wie es ausgeht. Was mir bis jetzt allerdings fehlt ist – neben den ganzen lustigen Marketing-Ideen – etwas mehr Hintergrund zu Eurem/Deinem Konzept von “Arbeit” und dem Lohn, den Du dafür erhältst in Form von “Geld”. Es kann ja nicht nur darum gehen, sozusagen unreflektiert den “Jackpot” zu knacken.
Abgesehen von dem Ziel, eine Million Euro zu erwirtschaften – wie definierst Du den Begriff “vernünftiges Auskommen/Einkommen”?
Und was verstehst Du unter dem auch in den Medien total schwammig verwendeten Begriff der “Mittelschicht”? Definierst Du ihn durch Einkommensgrenzen bzw. einem durchschnittlichen Haushaltsbrutto? Durch Bildung oder Familienstand? Und was bedeutet “Armut” für Dich? Tatsache ist doch, daß die Vorstellungen, die unser Denken und Handeln in diesen Bereichen prägen gesellschaftlich und medial vermittelt sind. Und schaut man auf die Statistiken, dann stellt man fest, daß Arbeitslosigkeit und damit das Risiko der Verarmung abhängig ist vom Ausbildungsniveau einer Person und davon, ob diese Person in einer sog. “strukturschwachen” oder “-starken” Gegend lebt (also ihrer Flexibilität).
Und warum sollte ein “geregeltes Arbeitsverhältnis” in den sozialen Abstieg führen? Viele arbeitsrechtliche Regelungen – wie bspw. Mutterschutz/Elternzeit, die ein Freiberufler gar nicht in Anspruch nehmen kann, sind doch existenzsichernd?
Andererseits: es geht Dir darum, Möglichkeiten des freiberuflichen Gelderwerbs auf Ihre Effizienz und Effektivität (= Wirtschaftlichkeit) hin zu testen.
Hast Du schonmal darüber nachgedacht, Dein eigenes Sparpotenzial noch weiter auszuschöpfen und Deinen eigenen Lebensunterhalt extrem einzuschränken, z. B. durch Freeganismus oder durch Untervermietung der eigenen Wohnung (z. B. durch Messegäste, wenn möglich) Geld zu verdienen? Also entweder vom Überschuß der Gesellschaft zu leben oder selbst arbeiten zu lassen (im übertragenen Sinn)?
Also, Dein Projekt ist inspirierend, wie Du siehst :-)

stephan

February 17th, 2009

ohne fleiss kein preis

Heidi

March 16th, 2009

Hallo! Ich finde deine Geldverdienversuche total mickrig und lächerlich. Warum machst du nicht mal was RICHTIGES, z. B ein Fitnessstudio gründen oder mit EU-Import-Neuwagen handeln. Ist doch klar, daß man nicht Millionär wird, wenn man nur ne Mark 50 investieren will. Nimm nen Kredit auf und fang ne richtig große Sache an, sonst kommt mir das hier alles nicht ganz ernst vor. Vor allem CDs verkaufen für nen Euro… damit willst du Millionär werden???

April 15th, 2009

Hallo zusammen, zuerst mal eine klasse Idee. Die meisten trauen sich das ja gar nicht zu sagen; sie wollen Millionär werden aus Angst vor dem Spott derjenigen die es garantier nie werden. Denn das beginnt im Kopf.

Mit CD`s verkaufen wirds allerdings auch nicht, das wird sicherlich 80 Jahre dauern. Es gibt aber eine Lösung: nicht härter arbeiten, sondern smarter arbeiten. Zum beispiel so:

http://www.pipeline.sales-group.eu

Jürgen

September 1st, 2009

Hey,

klasse Idee. Drück euch die Daumen. Möge der bessere gewinnen!
Check: http://www.nachts-im-studio.de

yvonne

December 9th, 2009

Oben genannte Kommentare beziehen sich noch auf den alten Versuch und damit auch auf die alte Projektbeschreibung, die weniger offenbarend sondern vielmehr polemisch war. Besten Dank für alle Antworten soweit. Ist doch schön, wenn man sich mal über derartiges Gedanken machen kann, oder nicht? Ich jedenfalls fand eure Antworten bisher ebenso inspirierend wie manch einer unsern Versuch.